von Stefan Haas
Viele kennen die berühmten Verse, in denen Gott zu Abraham und seinen Nachkommen sagt (1. Mose 12,3): „Ich werde segnen, die dich segnen.“ Die entscheidende Frage ist aber: Haben wir tatsächlich die richtige Vorstellung, wie der Herr diesen Segen konkret in das Leben eines Menschen bringen möchte? Ich vermute, dass viele Menschen sich diesen Prozess in zwei Schritten vorstellen: Schritt 1: Ein Mensch segnet Abraham und seine Nachkommen – das Volk Israel. Schritt 2: Gott segnet diesen Menschen. Ist das alles, was in diesem Vers gemeint ist?
Vor 25 Jahren redete der Herr in einer Fasten- und Gebetszeit zu uns über die „Decke des Schweigens“, also über die schuldhafte Verstrickung der eigenen Familie in der Nazizeit und die Erforschung der Familienwahrheit. Das hat unser Leben verändert – und es ist bis heute das Herzstück. Aber dann folgte eine lange Geschichte mit vielen weiteren Schritten. Es blieb nicht nur beim Thema der „Decke des Schweigens“. Um es mit einem Zitat aus Hos. 11,4 zu sagen: Der Herr „zog uns mit Seilen seiner Liebe“ Schritt für Schritt immer weiter: Es folgten
- die Märsche des Lebens,
- sich verlieben in das Land Israel bei vielen Gebetseinsätzen,
- die Entdeckung des „Geistes Griechenlands und des Geistes der Söhne Zions“,
- schrittweises Erfassen und wachsende Freude über die biblischen Feste (bei uns hat es angefangen mit Chanukka),
- Durchführung von Seminaren zur „Decke des Schweigens“,
- weitere Offenbarung über die Auserwählung des jüdischen Volkes und Israels,
- als Gemeinde im Gemeindeleben immer mehr verändert zu werden durch den „Geist der Söhne Zions“,
- Information, Überführung und tiefgreifende Buße über den Antijudaismus der Kirchengeschichte,
- der Beginn von Märschen des Lebens in Israel: March of the Nations,
- Ausweitung von March of the Nations in viele Städte Israels,
- die ersten Schritte hin zu einer „Zions-Ekklesiologie“ (Acts 2:42) aus den Erfahrungen vieler Prägungen und Veränderungen auf diesem Weg in unserem Gemeindeleben,
- das Ausarbeiten und Veröffentlichen einer Ausstellung unter dem Motto „From Foes to Friends“ in Jerusalem…
… und in all dem natürlich viele Begegnungen mit jüdischen Freunden. Das sind nur einige Stichworte. Nach spätestens etwa zwei Jahren zog der Herr uns jeweils „mit Seilen seiner Liebe“ zu neuen Aspekten desselben Themas: Das jüdische Volk und Israel. Rückblickend kann man sagen: Jeder Schritt hat uns gewaltig verändert. Und damit Hand in Hand: Jeder dieser Schritte hat Segen Gottes in unser Leben gebracht. Der Segen Gottes kommt nämlich oft nicht in zwei Schritten, sondern in drei: Schritt 1 – EinMensch segnet Israel. Schritt 2 – Weil er Israel segnet, ist sein Herz und Geist offen, den Segen im Geist der Söhne Zions zu entdecken und das Vorbild nachzuahmen. Schritt 3 – Diese Veränderung bringt viel Segen in sein Leben.
Zu welchem nächsten Schritt möchte der Herr vielleicht auch Dich „mit Seilen seiner Liebe“ ziehen?
