Wiederherstellung kommt von Gott – Eine biblische Perspektive auf Israel und den US-Präsidenten
Kennzeichen für die Wiederherstellung Israels
Gott kann Menschen gebrauchen, um seine Ziele für sein erwähltes Volk zu verwirklichen. Doch letztlich ist er selbst es, der mit seinem geliebten Volk Israel Geschichte schreibt. Er allein ist Initiator, Architekt und Baumeister der Wiederherstellung Israels (vgl. Sacharja 8,2).
Die Mächtigen der Welt mögen zusammenkommen, um ihre politischen Pläne für die Zukunft des Nahen Ostens zu verwirklichen – doch Gottes Pläne für Israel und die Nationen setzen sich am Ende immer durch.
Die folgenden fünf Kennzeichen können uns helfen, die Segenslinien Gottes in der Geschichte Israels zu erkennen.
1. Frieden und Sicherheit in Israel
Die Wiederherstellung wird man daran erkennen, dass Israel in Frieden und Sicherheit lebt.
Die Bibel spricht von einer Zeit, in der Israel in sein Land zurückkehrt und dort sicher wohnen wird. Der Prophet Jeremia formuliert diese Verheißung so:
Ich will sie zurückbringen in dieses Land und will sie in Sicherheit wohnen lassen (Jeremia 32,37).
Die biblische Verheißung wurde durch die Staatengründung Israels 1948 erfüllt. Fast acht Jahrzehnte war der junge Staat Israel von Feinden umgeben und musste um sein Überleben kämpfen. Kann es sein, dass sich jetzt der zweite Teil der Verheißung vor unseren Augen erfüllt und Israel in freundschaftlicher Nachbarschaft mit arabischen Nationen leben kann?
2. Neue gesetzte Grenzen
Die Wiederherstellung Israels wird an seinen Grenzen zu erkennen sein.
Gottes Bund mit Abraham und seinen Nachkommen spielt in der Bibel eine zentrale Rolle (Gen 12,2-3). Wir wissen, dass die heutigen Grenzen Israels nicht die sind, über die Gott in seiner Verheißung gesprochen hat. Die Gebiete, die heute oft als Westbank bezeichnet werden und die in der Bibel Judäa und Samaria heißen, gehören historisch und biblisch zum Kernland Israels.
Über kein anderes Land sagt die Bibel ausdrücklich, dass es Gott selbst gehört:
„Das Land Israel soll nicht endgültig verkauft werden, denn mir gehört das Land“ (3. Mose 25,23).
Weil das Land Gott gehört, hat Israel nicht das Recht, es abzugeben. Stattdessen wird Israel die Widerstände der Welt überwinden und zu den verheißenen Grenzen zurückkehren können.
3. Ein Wohnort Gottes
Die Wiederherstellung Israels wird an der besonderen Gegenwart Gottes in Jerusalem zu erkennen sein.
Keine andere Stadt der Welt wird so sehr geliebt, umkämpft und umstritten wie Jerusalem. Gleichzeitig gibt es keine andere Stadt, von der die Bibel so eindeutig sagt, dass Gott selbst dort wohnen will.
„So spricht der HERR: Ich kehre nach Zion zurück und wohne mitten in Jerusalem“ (Sacharja 8,3).
Doch was bedeutet es, dass Gott in Jerusalem wohnen wird? Wird er einen neuen Tempel errichten, wie es viele erwarten (vgl. Sacharja 6,13)? Oder ist damit das neue Jerusalem gemeint, von dem wir in der Offenbarung lesen (vgl. Offenbarung 21,22)? Oder ist es seine übernatürliche Gegenwart, die Jerusalem vor allen anderen Städten auszeichnen wird?
Vielleicht ist aber auch etwas anderes gemeint. Im Neuen Testament spricht Jesus selbst von seinem Leib als dem wahren Tempel und sagt:
„Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten“ (Johannes 2,19).
In der Bibel wird die Gemeinde auch der „Leib Christi“ genannt wird (Eph 1,23). Gottes Wohnort ist überall dort, wo Christen im Namen Jesu zusammenkommen, um ihn als ihren Herrn anzubeten und zu ehren (Mt 18,20).
In der Jerusalemer Urgemeinde entstand das Modell einer lebendigen Gemeinde, die im „Geist der Söhne Zions“ (Sacharja 9,13) zu einem Ort wurde, wo durch die Kraft des Heiligen Geistes Zeichen und Wunder geschahen und sich Gottes Herrlichkeit bewegen konnte (Apg 2,42–47).
Heute gibt es in Jerusalem gesegnete Konferenzen, langjährige Anbetungs- und Gebetsdienste, Kirchen und messianische Gemeinden. Gehen wir auf eine Zeit zu, in der über die bestehenden Strukturen hinaus in Jerusalem ein besonderer Ort seiner Gegenwart zubereitet wird? Stehen wir davor, dass der Herr den Himmel für eine Gebetserweckung in Jerusalem öffnen wird?
Aber über das Haus David und über den, der in Jerusalem wohnt, werde ich einen Geist der Gnade und des Flehens ausgießen, und sie werden aufblicken zu mir, den sie durchbohrt haben (Sach 12,10).
4. Aus Feinden werden Freunde
Die Wiederherstellung wird daran zu erkennen sein, dass die Feindschaft der Nationen gegenüber Israel sich in Freundschaft verwandeln wird.
Der Prophet Jesaja prophezeit über diese ungewöhnliche Zeit und sagt:
Es kommt eine Zeit, in der die ehemaligen Feinde Ägypten und Assyrien zu einem Segen für Israel werden (Jes 19,24.25).
Kann der Herr die Herzen der Menschen so verändern, dass jahrtausendealte Feindschaft zu einer Liebe und tiefen Verbundenheit zum jüdischen Volk verwandelt werden kann? Können die Nachfahren von Judenhassern und Antisemiten zu Freunden Israels werden?
Der 2000-jährige christliche Antijudaismus und Judenhass hat dem jüdischen Volk millionenfachen Tod gebracht. Umso bemerkenswerter ist es, dass gerade die Nachfahren von NS-Tätern zu den Initiatoren der weltweiten Marsch des Lebens Bewegung wurden – einer Bewegung, die Christen dazu aufruft, ihren Antisemitismus zu überwinden und zu Freunden Israels zu werden. Wenn die Kinder und Enkel der NS-Täter aktiv werden und von Herzen mit jüdischem Leben und mit Israel verbunden sind, ist das für viele Israelis Trost und Hoffnung für die Zukunft zugleich.
5. Aus Fluch wird Segen
Die Wiederherstellung wird an einem unumkehrbaren, übernatürlichen Wandel zu erkennen sein.
Kaum ein Volk wurde in der modernen Geschichte so stark kritisiert, angefeindet und politisch isoliert wie Israel. Gleichzeitig entwickelte sich das Land von einem verfolgten Außenseiter zu einer weltweit führenden Nation in Wissenschaft, Technologie, Medizin und Landwirtschaft. Die IDF wurde zu einer der besten und schlagkräftigsten Armeen der Welt.
Doch die Geschichte Israels ist weiterhin von Schmerz geprägt. Der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat tiefe Wunden hinterlassen und das Land traumatisiert. Die schrecklichen Bilder und Videos dieses Tages haben sich tief in das kollektive Gedächtnis eingegraben. Doch Gott verspricht Israel eine neue Ära, in der sich seine Trauer in Freude (Jes 35,10) und Fluch in Segen verwandeln wird (Sach 8,11–13).
„So wie ihr ein Fluch unter den Völkern wart, o Haus Juda und Haus Israel, so werde ich euch retten, und ihr werdet ein Segen sein“ (Sacharja 8,13).
Israel befindet sich in einer Zeit des Übergangs. Gottes Entscheidung steht fest: Er hat beschlossen, in einer Zeit von Krieg und Konflikten Jerusalem und dem Haus Juda Gutes zu tun (Sach 8,14ff). Wenn er aus der Asche des Holocaust im Jahr 1948 den Staat Israel hat erstehen lassen, wie viel mehr wird er Israel wiederherstellen und in eine Nation verwandeln, die die Welt in Erstaunen versetzen wird!
Wird Israel durch Donald Trump gesegnet?
Gottes Pläne der Wiederherstellung Israels sind absolut souverän. Er gebraucht immer wieder menschliche Werkzeuge, die zu Freunden Israels werden, doch Israel hängt nicht von menschlicher Gunst und Hilfe ab.
Die Militäroperation gegenüber dem Iran mag erfolgreich verlaufen. Doch Gottes Segen für Israel ist daran nicht gebunden. Er macht seinen Segen davon abhängig, ob sein Volk ihn allein ehrt und bereit ist, ihm gehorsam zu sein und seine Wege zu gehen. Der Segen Israels ist daher nicht an militärischen Aktionen zu erkennen, sondern an der Erfüllung der Verheißung der Wiederherstellung Israels.
Gott teilt sich seine Ehre nicht mit Menschen. Und wir dürfen das auch nicht tun. Deswegen ist das zentrale Glaubensbekenntnis des Judentums, das „Schema“, ein Bekenntnis dazu, dass es neben dem lebendigen Gott niemand anderen geben darf!
Höre, Israel! Der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer (5. Mose 6,4).
Die hebräischen Propheten sahen eine Zeit voraus, in der das Volk Israel durch den Heiligen Geist ein neues Herz empfangen wird (Hesekiel 36,25–27). Wenn dies geschieht, wird Israel für die Menschen aus allen Nationen zu einem Anziehungspunkt werden und ein weithin sichtbares, leuchtendes Licht für die Völker sein (Jesaja 60,13).
Wir dürfen Anteil an der Wiederherstellung Israels haben. Deshalb sind wir gerufen, nicht nur Freunde Israels zu sein, sondern aktiv Teil der Segenspläne Gottes zu werden.
Wichtiger als die Frage „Ist Trump ein Segen für Israel“ ist die Frage „Bist du ein Segen für Israel?“. Das bist du nicht zuerst durch Aktivismus und sichtbare Erfolge. Sondern es fängt damit an, dass du Jesus dein Leben nicht nur oberflächlich und punktuell, sondern tief und beständig wiederherstellen lässt. Nur ein Baum mit tiefen Wurzeln kann am Ende Früchte bringen, die wirklich ein Segen für Israel sind.
